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Sūtra über das Drehen des Dharma-Rades

佛說轉法輪經

後漢 安世高譯

Taishō T02n0109 · Band 2

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Faszikel 1

聞如是:

So habe ich gehört:

一時,佛在波羅㮈國鹿野樹下坐,時
有千比丘諸天神,皆大會側塞空中,於是有
自然法輪,飛來當佛前轉。佛以手撫輪曰:
「止!往者吾從無數劫來,為名色轉受苦無
量,今者癡愛之意已止,漏結之情已解,諸
根已定生死已斷,不復轉於五道也。」輪即
止。

Zu einer Zeit weilte der Buddha im Lande Vārāṇasī, sitzend unter einem Baum im Hirschpark. Tausend Bhikṣus und Devas waren dort zur großen Versammlung gekommen und erfüllten den Raum um ihn her. Da kam ein Dharmarad, von selbst erschienen, herangeflogen und drehte sich vor dem Buddha. Der Buddha legte die Hand auf das Rad und sprach: „Halt ein. Vorzeiten, durch unzählige Kalpas hindurch, bin ich von Name und Form umhergedreht worden und habe unermessliches Leiden erfahren. Nun ist der Geist der Verblendung und des Begehrens zur Ruhe gekommen; die Bande der Ausflüsse und Fesseln sind gelöst; die Sinne sind gestillt; Geburt und Tod sind abgeschnitten; ich drehe mich nicht länger durch die fünf Daseinsbereiche.“ Und das Rad hielt augenblicklich an.

於是,佛告諸比丘:「世間有二事墮邊行,
行道弟子捨家者,終身不當與從事。何等二?
一為念在貪欲無清淨志,二為猗著身愛
不能精進。是故退邊行,不得值佛道德具
人。若此比丘不念貪欲著身愛行,可得受中,
如來最正覺得眼得慧,從兩邊度自致泥洹。
何謂受中?謂受八直之道,一曰正見,二曰
正思,三曰正言,四曰正行,五曰正命,六曰
正治,七曰正志,八曰正定。若諸比丘本末
聞道,當已知甚苦為真諦,已一心受眼受禪
思受慧見,覺所念令意解,當知甚苦習盡為
真諦,已受眼觀禪思慧見,覺所念令意解,如
是盡真諦。何謂為苦?謂生老苦、病苦,憂、悲、惱
苦,怨憎會苦,所愛別苦,求不得苦,要從五陰
受盛為苦。何謂苦習?謂從愛故而令復有樂
性,不離在在貪憙,欲愛、色愛、不色之愛,是
習為苦。何謂苦盡?謂覺從愛復有所樂,婬
念不受,不念無餘無婬,捨之無復禪,如是
為習盡。何謂苦習盡欲受道?謂受行八直

道,正見、正思、正言、正行、正命、正治、正志、正定,
是為苦習盡受道真諦也。

Da sprach der Buddha zu den Bhikṣus: „In der Welt gibt es zwei Dinge, die in das Extreme fallen, und ein Schüler, der den Pfad geht und in die Hauslosigkeit gezogen ist, soll sich, solange er lebt, niemals auf sie einlassen. Welche zwei? Das erste ist, den Geist auf sinnliche Begierde zu richten, ohne Streben nach Reinheit. Das zweite ist, sich an den Körper zu klammern und sich seiner Liebe hinzugeben, so daß man sich nicht in tatkräftigem Bemühen üben kann. Aus diesen Gründen fällt einer in das Extreme und gelangt nicht zum Pfad des Buddha, noch wird er der Tugenden teilhaftig, die ihn vollenden. Wenn aber ein Bhikṣu nicht bei sinnlicher Begierde verweilt und nicht der Anhaftung an den Körper nachgeht, dann vermag er die Mitte zu empfangen. Der Tathāgata, der zur höchsten vollkommenen Erleuchtung Erwachte, gewann das Auge, gewann die Weisheit, überwand die beiden Extreme und gelangte aus eigener Kraft zum Nirvāṇa.

„Was heißt es, die Mitte zu empfangen? Es heißt, den Edlen Achtfachen Pfad zu empfangen: zum ersten rechte Einsicht, zum zweiten rechte Absicht, zum dritten rechte Rede, zum vierten rechtes Handeln, zum fünften rechten Lebenserwerb, zum sechsten rechtes Bemühen, zum siebten rechte Achtsamkeit, zum achten rechte Sammlung.

„Bhikṣus, da ihr den Pfad von Anfang bis Ende vernommen habt, sollt ihr dieses Leiden als die edle Wahrheit erkennen. Mit gesammeltem Geist empfängt man das Auge, empfängt die meditative Vertiefung, empfängt die Weisheitsschau; im Erwachen zu dem, worauf der Geist gerichtet ist, wird das Denken befreit. Ihr sollt erkennen, daß die Aufhebung der Entstehung dieses Leidens die edle Wahrheit ist. Wer das schauende Auge empfangen hat, die meditative Vertiefung und die Weisheitsschau, der erwacht zu dem, worauf der Geist gerichtet ist, und das Denken wird befreit. So ist die edle Wahrheit der Aufhebung.

„Was ist das Leiden? Das Leiden der Geburt und das Leiden des Alterns; das Leiden der Krankheit; das Leiden des Kummers, des Wehklagens und der Bedrängnis; das Leiden des Zusammenseins mit Verhasstem; das Leiden der Trennung von Geliebtem; das Leiden des Nichterlangens des Begehrten. Kurz gesagt: das Aufblühen der fünf Skandhas als Grundlage des Anhaftens ist Leiden.

„Was ist die Entstehung des Leidens? Es ist das Begehren, durch das wieder ein Werden entsteht, das von einem Hang zur Freude begleitet ist und nicht frei ist von Gier und Lust an diesem und jenem: das Begehren nach Sinnlichem, das Begehren nach Form und das Begehren nach Formlosem. Dies ist die Entstehung des Leidens.

„Was ist die Aufhebung des Leidens? Es ist, zu erwachen, wie aus dem Begehren immer wieder etwas hervorgeht, woran man sich erfreut; lüsterne Gedanken nicht aufzunehmen; ihnen nicht nachzuhängen; keinen Rest, keine Lust zurückzulassen; sie fahren zu lassen, so daß kein weiteres Verweilen bei ihnen bleibt. So ist die Entstehung erschöpft.

„Was ist der Pfad, der zu empfangen ist für die Aufhebung der Entstehung des Leidens? Es ist, den Edlen Achtfachen Pfad zu empfangen und zu üben: rechte Einsicht, rechte Absicht, rechte Rede, rechtes Handeln, rechten Lebenserwerb, rechtes Bemühen, rechte Achtsamkeit, rechte Sammlung. Dies ist die edle Wahrheit des Pfades, der zu empfangen ist für die Aufhebung der Entstehung des Leidens.“

「又是,比丘!苦為真諦,苦由習為真諦,苦習
盡為真諦,苦習盡欲受道為真諦,若本在昔
未聞是法者,當受眼觀禪行受慧見受覺念
令意得解。若令在斯未聞是四諦法者,當受
道眼、受禪思、受慧覺,令意行解。若諸在彼不
得聞是四諦法者,亦當受眼、受禪、受慧、受覺,
令意得解,是為四諦三轉合十二事,知而未
淨者吾不與也。一切世間諸天人民,若梵、若
魔、沙門、梵志,自知證已,受行戒、定、慧、解、度知
見成,是為四極。是生後不復有,長離世間無
復憂患。」佛說是時,賢者阿若拘鄰等及八
千姟天,皆遠塵離垢諸法眼生。其千比丘
漏盡意解,皆得阿羅漢,及上諸習法應當
盡者一切皆轉。眾祐法輪聲三轉,諸天世間
在法地者莫不遍聞,至于第一四天王、忉
利天、焰天、兜術天、不驕樂天、化應聲天,至諸
梵界須臾遍聞。爾時,佛界三千日月萬二千
天地皆大震動,是為佛眾祐,始於波羅㮈以
無上法輪轉未轉者,照無數度諸天人從是
得道。

„Und ferner, Bhikṣus: Das Leiden ist eine edle Wahrheit. Das Entstehen des Leidens ist eine edle Wahrheit. Das Erlöschen des Entstehens des Leidens ist eine edle Wahrheit. Der Pfad, der zum Erlöschen des Entstehens des Leidens führt, ist eine edle Wahrheit. Jenen, die in früheren Zeiten diesen Dharma nicht vernommen hatten, sollte das Auge der Einsicht aufgehen, die meditative Übung, die Schau der Weisheit und die wache Achtsamkeit, auf dass ihr Geist die Befreiung erlange. Jenen hier, die diesen Dharma der Vier Wahrheiten nicht vernommen hatten, sollte das Auge des Pfades aufgehen, die Vertiefung und das Erwachen der Weisheit, auf dass ihr Geist zur Befreiung schreite. Und jenen anderswo, die diesen Dharma der Vier Wahrheiten nicht vernommen hatten, sollte ebenso das Auge aufgehen, die Vertiefung, die Weisheit und das Erwachen, auf dass ihr Geist die Befreiung erlange. Dies sind die Vier Wahrheiten, dreifach gewendet, zu zwölf zusammen. Solange diese Erkenntnis nicht völlig geläutert war, habe ich sie nicht als vollendet anerkannt. In aller Welt, unter Devas und Menschen, unter Brahmās und Māras, unter Śramaṇas und Brahmanen, als ich dies für mich selbst erkannt und verwirklicht hatte, da waren śīla, samādhi, prajñā, Befreiung und die Erkenntnis und Schau der Befreiung vollendet. Dies ist die vierfache Vollendung. Diese Geburt ist die letzte. Es gibt kein weiteres Werden. Auf lange Zeit von der Welt geschieden, gibt es keinen Kummer mehr und keine Bedrängnis."

Als der Buddha dies gesprochen hatte, ging in dem ehrwürdigen Ājñāta-Kauṇḍinya und seinen Gefährten, zusammen mit achttausend koṭis von Devas, das fern von Staub und Befleckung gereinigte Dharma-Auge auf. Bei den tausend Bhikṣus waren die Befleckungen versiegt und ihre Geister befreit; alle erlangten die Arhatschaft, und alle verbliebenen latenten Neigungen, die zu erschöpfen waren, wurden gänzlich überwunden.

Der Klang des Dharmarades des Bhagavān wendete sich dreimal. In allen Welten der Devas hörten ihn überall jene, die im Bereich des Dharma gegründet waren. Er erreichte den Himmel der Vier Himmelskönige, den Trāyastriṃśa-Himmel, den Yāma-Himmel, den Tuṣita-Himmel, den Nirmāṇarati-Himmel und den Paranirmita-Vaśavartin-Himmel, und in einem Augenblick wurde er in allen Brahmā-Welten vernommen.

Zu jener Zeit erbebten im ganzen Buddha-Bereich die dreitausend Sonnen und Monde und die zwölftausend Himmel und Erden gewaltig. So hatte der Buddha, der Bhagavān, beginnend in Vārāṇasī, das unübertreffliche Dharmarad in Bewegung gesetzt, das zuvor niemals in Bewegung gesetzt worden war. Sein Licht erleuchtete unzählige Devas und Menschen, die dadurch hinübergetragen wurden und den Pfad erlangten.

佛說是已,皆大歡喜。

Als der Buddha diese Worte gesprochen hatte, freuten sich alle von Herzen.